Ein weiterer Polit-Pastor, der deutsche Obermotz Gauck, hat nun, wie bekannt, gegen seinen protestantischen Glaubensbruder Ramelow Front gemacht. Er hat das in seinem typischen selbstgefälligen Unsympathen-Tonfall getan – aber darum soll es hier nicht gehen. Ich frage mich viel eher: Warum musste Gauck seine Kritik ausgerechnet in einer Kirche äußern?
Ramelow stört sich daran massiv:
»Gauck hatte die klare Botschaft, die Linken seien nicht wählbar. In dieser Inszenierung vor einem Altar, vor Kerzen und Kreuzen, ist das für mich verletzend. Mich trifft es in der Seele.« Das Kreuz bedeute ihm etwas, betonte der Christ Ramelow: »Das sorgt schon in meiner Partei für genug kritische Nachfragen. Da muss nicht noch der Seelsorger Gauck kommen.« [ND]
In der Tat hat es durchaus einen merkwürdigen Beigeschmack, wenn ein Pastor an der Staatsspitze in der Kirche Parteienkritik äußert. Ein Franzose würde angesichts derartiger Szenarien wahrscheinlich in Ohnmacht fallen. In Deutschland hingegen stört sich kaum jemand daran. Die fehlende Trennung von Kirche und Staat ist normal.
Nun bin ich freilich der letzte, der eine solchen Trennung das Wort reden wollte. Allerdings gibt es eine Sache, die daran faul ist: Das sind Protestanten. Und Herr Gauck ist auch kein Bischof. Wenn wir schon eine Verschränkung von Staat und Kirche haben – womit ich kein Problem hätte –, dann bitte richtig. Wenn ein Kleriker im Namen der Staatsreligion einen Politiker kritisiert, dann bitteschön nicht irgendein dahergelaufener Pfarrer, sondern derjenige, der von Staats wegen dafür zuständig ist. In diesem Fall wohl der Bischof von Erfurt oder der Primas Germaniae.
In der jetzigen Form erkenne ich in diesem Ritual nichts weiter als eine Verballhornung katholischer Traditionen. Gauck sieht sich offenbar, obgleich durch nichts legitimiert, in einer quasi-päpstlichen Rolle. Er sitzt breit vor dem Altar und spricht Lehrverurteilungen aus.
Das ist nun wirklich die reinste Blasphemie.